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T-55AM2

 

Die Feuerleitanlage des T-55AM2

In den 70er Jahren wurde klar, dass die riesige Flotte an T-55 Panzern nicht in absehbarer Zeit durch modernere Panzer zu ersetzen sein würde. Deshalb suchten die Entwickler nach einer kostengünstigen Variante um die Dienstzeit der T-55 weiter zu verlängern. Ziel war es, bei begrenzten finanziellen Möglichkeiten, dennoch den Gefechtswert an die Anforderungen eines modernen Gefechts anzupassen. Im Rahmen einer Kampfwertsteigerung wurde ab Anfang der 80er Jahre ein Teil der seit Jahren im Truppendienst vieler Staaten stehenden T-55A mit einer modernen Feuerleitanlage ausgerüstet.
In Russland wurde die Feuerleitanlage unter der Bezeichnung "
VOLNA" geführt, die analoge Anlage aus tschechoslowakischer Produktion nannte sich "KLADIVO". Eine analoge Anlage wurde auch in Polen in Lizenz gefertigt.

Die Feuerleitanlage KLADIVO unterstützt das Schießen bis zu einer Entfernung von 5000 m. In den ballistischen Rechner sind vor dem Schießen einzugeben die Werte für Luftdruck, Lufttemperatur, Gewichtsklasse der Munition, Verringerung der Anfangsgeschwindigkeit aufgrund Rohrverschleiß, Anschußwerte der Munition nach Höhe und Seite.
Während des Schießens ermittelt die Feuerleitanlage folgende Werte automatisch: Schildzapfenneigung, Geländewinkel des Zieles, eigene Turmstellung, Ladungstemperatur, Eigengeschwindigkeit, Windgeschwindigkeit und Windrichtung.
Eine Besonderheit dieser Feuerleitanlage: bevor die gemessene Entfernung manuell in den Rechner übergeben wird, werden von diesem nur die augenblicklichen Werte gemessen und umgerechnet. Erst mit manueller Übergabe der gemessenen Entfernung in den Rechner, dem Betätigen des Granatartwahlschalters und Einstellen des Goniometers durch den Kommandanten werden Visierwinkel und Vorhaltewinkel mit einer Genauigkeit von 0,2 Strich berechnet. Die Richtmarke im Zielfernrohr wird um diese Werte verstellt. Bei eingeschaltetem Stabilisator wird der Turm und die Kanone um den errechneten Wert nachgerichtet. Der Richtschütze muß, falls erforderlich, lediglich die Richtmarke etwas korrigieren und kann sofort den Schuß auslösen. Bei ausgeschaltetem Stabilisator muß die Richtmarke manuell auf das Ziel geführt werden. Bei Ausfall der Feuerleitanlage kann, durch Umschalten der Betriebsart von Automatik auf Hand, sofort zum Schießen ohne Feuerleitanlage übergegangen werden.

Ihre Hauptbaugruppen sind:

Das Beobachtungsgerät PNK des Kommandanten besitz eine 5fache Vergrößerung. Es kann in Schußrichtung mechanisch mit der Kanone gekoppelt werden und wird dann in der Vertikalen blickfeldstabilisiert. Die Blickfeldstabilisierung wird durch Schwenken der Kommandantenkuppel gelöst. Mit dem linken, um seine Achse drehbaren Griff kann das stabilisierte Sichtfeld in der Vertikalen um 11 Grad nach oben und unten verstellt werden. Mit dem Tastschalter über dem rechten Griff wird die Kommandantenrichtanlage betätigt. Sie ermöglicht es dem Kommandanten die Visierlinie des Richtschützen auf seine Sichtlinie einschwenken zu lassen um ihm erkannte Vorrangziele rasch übergeben zu können.

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Kommandantenkuppel T-55AM2

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Beobachtungsgerät PNK

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Goniometer

Das Beobachtungsgerät PNK besitzt zusätzlich die Möglichkeit die Visierlinie mit der Visierlinie des Richtschützenzielfernrohres auch in der Vertikalen zu koppeln. Dies erfolgt bei Betätigen des zusätzlichen Knopfes über dem linken Griff. Bei den neueren Geräten befindet sich außerdem über den beide Okularen ein Sichtfenster ohne Vergrößerung, das wie ein Winkelspiegel mit stabilisiertem Sichtfeld genutzt werden kann. Über die Umschaltung des linken Okulars auf Durchblick kann der Kommandant gleichzeitig das Ziel und ein Panzermodell im dahinter angebrachten Goniometerblock betrachten.. Im Bild rechts oben ist gut erkennbar das Winkelgestänge der mechanischen Verbindung des PNK mit der Kanone. Durch diese Verbindung wird das Sichtfeld des PNK in der Vertikale stabilisiert.
Das Goniometer wird beim Schießen aus dem Halt und aus der Bewegung auf sich bewegende Ziel genutzt. Mit einem kugelförmigen Griff am Goniometer, hinter dem eigentlichen Beobachtungsgerät PNK, kann der Kommandant das Modell in seinem Sichtfeld so ausrichten, dass es den gleichen relativen Geländewinkel und Kurswinkel wie das Ziel einnimmt. Diese Kugel ist im Bild zwischen den beiden Griffen, unterhalb der Okulare zu erkennen. Außerdem kann er die geschätzte Geschwindigkeit des Ziels eingeben. Der ballistische Rechner benötigt diese Werte zum Ermitteln der horizontalen und vertikalen Vorhaltewinkel für die Zielbewegung. Die Bedienelemente sind: 1 - Taster zur Eingabe der Werte in den Rechner, 2 - el. Anschluss, 3 - Schalter für Beleuchtung und Heizung, 4 - Fassung der Anzeigenbeleuchtung, 5 - Fenster mit Modellpanzer, 6 - Anzeige-LED der Heizung, 7 - Drehknopf für geschätzte Zielgeschwindigkeit, - Kugeldrehgriff für den Modellpanzer.

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Kommandantenkuppel

Feuerleitanlage des T-55AM2 Goniometer
Goniometer

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Detailfoto zum Goniometer

Der Modellpanzer, im bild rechts sehr gut erkennbar, kann horizontal um 360 Grad und in der Vertikalen um 25 Grad nach oben oder unten geneigt werden. Der Einsatz des Goniometers ist zum Ermitteln der Vorhalte für die Zielbewegung nicht zwingend erforderlich. Die Winkelgeschwindigkeit des Ziels ermittelt gleichfalls der Richtschütze. Dennoch erhöht sich die Treffwahrscheinlichkeit erheblich, wenn die Daten des Goniometers, kombiniert mit der vom Richtschützen gemessenen Winkelgeschwindigkeit, ebenfalls in den Rechner eingehen. Von Vorteil ist, dass auf Richtungsänderungen des Ziels sofort reagiert werden kann. Der Kommandant muß lediglich das Modell ständig mit dem Ziel abdecken und den Übergabetaster drücken. Der jeweils letzte eingegebene Wert bleibt 15 Sekunden im Speicher des Rechners.

Das Zielfernrohr TSh2B-32K ist ein teleskopisches Zielfernrohr mit optischem Gelenk und Laserschutzfilter. Die Vergrößerung ist wechselbar zwischen 3,5fach und 7fach bei einem Sichtfeld von 18 Grad bzw. 9 Grad. .Feuerleitanlage des T-55AM2 Zielfernrohr Tsh2b-32K Das Tagzielfernrohr basiert auf dem bisherigen Zielfernrohr des T-55A vom Typ TSh2B-32P. Zusätzlich besitzt es eine LED-gesteuerte Baugruppe zur Strichbilddarstellung, dem sogenannten elektronen-optischen Vorsatz. Damit  wird dem Richtschützen durch den Rechner der Feuerleitanlage kontinuierlich der Haltepunkt durch ein Fadenkreuz eingespiegelt.
Dazu ist unter anderem ein Gitternetz  auf eine Scheibe im Sichtfeld eingeätzt. Dieses Gitternetz verschlechtert allerdings die optische Auflösung des Zielfernrohres, was sich bei Dämmerung und erschwerten Sichtbedingungen negativ bemerkbar macht.

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Richtschützenplatz

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Zielfernrohre TSh2-B32K und TPN-1

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Detailfoto zur Einbaulage der Zielfernrohre

Das Sichtfeld des TSh2B-32K ist nicht unabhängig stabilisiert sondern folgt der primären Stabilisierung der Kanone. Der errechnete Haltepunkt wandert im Sichtfeld um den errechneten Wert aus, beim Schießen mit Feuerleitanlage wird aber durch den Rechner an die Waffenstabilisierung ein entgegengesetzter Impuls ausgegeben, der die Haltepunktmarke wieder auf das Ziel führt, es muß nur geringfügig nachgerichtet werden, falls das erforderlich ist. Links neben dem Zielfernrohr befindet sich das Infrarot-Nachtzielfernrohr TPN-1-49-23 oder beim T-55AM2B das Zielfernrohr-Richtgerät 1K13. Über dem Funkgerät, an der Seite des Kommandante ist ein Reservestromversorgungsblock untergebracht, der das Zielfernrohr bei Störungen der Hauptelektronik mit den nötigen Spannungen versorgen kann. In Verbindung mit der Lenkwaffenanlage BASTION versorgt der Reservestromversorgungsblock die Lenkwaffenanlage mit den erforderlichen Spannungen.

T-55AM2B-5.jpgUnter dem Okular wird das Bedienpult des Zielfernrohres befestigt. Die Bedienelemente sind : 1 - Betriebsartenschalter der Feuerleitanlage "Automatik/Hand", 2 - Helligkeitsregler der Strichplattenbeleuchtung, 3 - Vierwegeschalter zum manuellen Einstellen der Richtmarke, 4 - Helligkeitsregler der Richtmarkenbeleuchtung
Bei Ausfall des Rechners kann der Richtschütze mit dem kleinen "Joystick" (3) das Fadenkreuz in Höhe und Seite manuell bewegen. Im Notbetrieb, ohne Stromversorgung kann das Strichbild als Standvisier weiter genutzt werden.
Im
T-55AM2B-5.jpgStrichbild befinden sich oben die Marken für die manuelle Berücksichtigung der Vorhalte. Das feste Kreuz mittig unter den Vorhaltemarken ist der Haltepunkt für den Laser-Entfernungsmesser und gleichzeitig die Justier-Nullrmarke. Der Justierpunkt für die 100 mm Kanone der T-55AM2 mit Feuerleitanlage soll bei mindestens 2000 m liegen. Die roten vertikalen und horizontalen Striche stellen das eingespiegelte Fadenkreuz dar. Es bewegt sich vertikal und horizontal entsprechend der Vorgaben durch den Rechner. Rechts und links befinden sich die Entfernungsskalen der Munitionsarten für das Schießen ohne Feuerleitrechner.
Die Entfernungsskalen für die Munitionsarten sind für den nahtlosen Übergang zum Notbetrieb ebenfalls vorhanden (von links nach rechts): Splittersprenggranate OF-412, Panzergranate BR-412, Hohlladungsgranate BK-5, Maschinengewehr PKT und Unterkalibergeschoss. Oben rechts befindet sich die übliche Entfernungsschätzskala zum Ermitteln von Entfernungen auf ein Standardpanzerziel mit einer Höhe von 2,7 Metern.

Am Zielfernrohr ist links ein Zusatzokular mit 4,75facher Vergrößerung befestigt. In diesem Okular werden angezeigt die Entfernungswerte (gemessen oder manuell eingestellt) und die ausgewählte Entfernung die in den Rechner eingegeben wurde. T-55AM2B-12-3.jpgT-55AM2B-18.jpg Die linke obere rote LED zeigt den Bedienungsstatus des Goniometers an. Die rote LED darunter zeigt den Bereitschaftstatus der Feuerleitanlage an. Das untere digitale Ziffernfeld zeigt die gemessene oder manuell eingestellte Entfernung in Kilometern an. Der Anzeigebereich geht von 0,30 bis 8,99. Werden zwei Laser-Echos registriert, wird die kürzere Entfernung angegeben. Das obere digitale Ziffernfeld ist analog aufgebaut und gibt die jeweils weitere Entfernung an. Ein blinkender Punkt hinter einer der Entfernungsangaben zeigt an, welche der beiden Entfernungen am Steuerpult des Richtschützen zur Übergabe in den ballistischen Rechner ausgewählt wurde.

Das Steuerpult des Richtschützen ist gleichzeitig das Richtsteuerpult für den Waffenstabilisator. Unten befinden sich die Schalter zum Einschalten des Stabilisators. Ganz links der Schalter für die "Halbautomatik", es kann sofort der Turm in der Horizontalen elektrisch geschwenkt werden. In der Mitte der Schalter für die Stromversorgung der Kreisel des Stabilisators. Rechts der Schalter "Automatik" für die Stabilisierung in beiden Ebenen, er darf erst etwa 90 Sekunden nach Einschalten der Stromversorgung der Kreisel betätigt werden. Zum Zuschalten der Stabilisierung der Kanone in der Vertikalen muß vom Richtschützen zusätzlich die Handhöhenrichtkurbel aus dem Zahnbogen herausgeschwenkt werden. Oben links auf dem Steuerpult befindet sich der Tastschalter (1) zum Vorbereiten des Laser-Entfernungsmessers, zusammen mit der LED für die Bereitschaftsanzeige des Lasers. t-55am2_005.jpgT-55AM2B-15-2.jpgT-55AM2B-4.jpgBeim Betätigen wird der Laser eingeschaltet und die Splitterschutzblende vor dem Laser-Austritt öffnet sich. Die Richtmarke im Zielfernrohr verlischt. Die Anzeige im Zusatzokular zeigt 300 m bzw. die letzte gemessenen Entfernung an. Bei nochmaligen Betätigen des Tasters wird der Laser wieder ausgeschaltet. An den Richtgriffen befinden sich folgende Schalter. Am linken Richtgriff: hinten oben: Taster für die Messung Winkelgeschwindigkeit (5), vorn oben: Tastschalter Abfeuerung Turm-MG (4), links an der Seite: Tastschalter zum Auswählen einer der zwei angezeigten  Entfernungen
Am rechten Richtgriff: hinten oben: Tastschalter für Entfernungsmessung (6), vorn oben: Tastschalter für Abfeuerung der Kanone (7), rechts an der Seite: Tastschalter zur Übergabe der ausgewählten Entfernung an den ballistischen Rechner

T-55AM2_009.jpgT-55AM2B-6.jpgDas Terminal befindet sich rechts vom Richtschützenzielfernrohr, es ist die Bedienerschnittstelle zum ballistischen Rechner. Das Terminal zeigt den Betriebszustand der Feuerleitanlage an, Daten können eingegeben oder zur Kontrolle ausgegeben werden. Fehlerhafte Zustände der Feuerleitanlage werden codiert angezeigt, notfalls können einzelne Sensoren blockiert, aber auch wieder entblockiert werden. Das Terminal führt auch eine interne Prüfung der Baugruppen der Feuerleitanlage durch und zeigt das Ergebnis an. Oben rechts am Terminal befindet sich die optische Anzeige der Laserwarnanlage. Links daneben befindet sich der Betriebsartenschalter "Arbeit-Überprüfung". Darunter folgt das digitale Anzeigefeld für die Datenausgabe. Die LED an der linken Seite des Ziffernfeldes zeigt an das eine Meldung aus dem ballistische Rechner vorliegt und eine Bestätigung durch die Besatzung erfordert. Die LED rechts unter dem Ziffernfeld leuchtet bei Problemen, das Schießen ist mit verringerter Genauigkeit möglich. Sie blinkt dauerhaft wenn die Feuerleitanlage nicht betriebsbereit ist, das Schießen mit Feuerleitanlage ist dann nicht möglich.  
An dem großen Eingabefeld können alle erforderlichen Eingaben zur Bedienung erfolgen. Darunter links befindet sich der Tastschalter zum Einschalten der Feuerleitanlage und die grüne LED "Anlage wird eingeschaltet". Rechts unten befinden sich die vier roten LED zur Anzeige der funktionierenden Heizung für Laser-Entfernungsmesser, Zielfernrohr, Elektronikblock und Terminal.

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Ladeschützenplatz

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Granatartwahlschalter

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Erhöhungslibelle

Der Granatartenwahlschalter befindet sich an der rechten Seite der Kanone, befestigt am festen Abweiser direkt beim Blockiergerät des Ladeschützen. Mit diesem Schalter wählt der Ladeschütze die befohlene und von ihm geladene Munition aus. Von oben links im Uhrzeigersinn sind das die Panzergranate BR-412, das Unterkalibergeschoss BM-8, die Splittersprenggranate OF-412, die Panzerübungsgranate PCvSv, die Hohlladungsgranate SeBK-5, die Munition für das 23mm Einsteckrohr zum Schießen ausgewählter Übungen und schließlich die Schalterstellung für das Schießen mit dem 7,62mm Turm-MG PKT. Ungünstigerweise ist der Wahlschalter ohne eine optische Stellungsanzeige, Bedienfehler des Ladeschützen sind deshalb sicher nicht ganz auszuschließen. Bei der Belegung der Schalterstellungen gibt es nationale Unterschiede.

Der ballistische Rechner befindet sich im sogenannten Elektronikblock, dem schwarzen Kasten links im linken Bild. Der Stromversorgungsblock, der weiße Kasten mit scharzer Frontplatte, wandelt die Bordspannung in stabilisierte Gleichspannung zur Stromversorgung der Feuerleitanlage um. Der Reservestromversorgungsblock, im rechten Bild über dem Funkgerät R-173, versorgt das Zielfernrohr mit stabilisierter Gleichspannung beim Schießen in der Betriebsart "Hand". Außerdem dient er der Stromversorgung des Zielfernrohr-Richtgerät 1K13 des Lenkwaffenkomplexes Bastion. Der Verstärkerblock, ohne Bild, befindet sich unter dem Bodenstück der Kanone. Er wandelt die Signale des ballistischen Rechners in Steuerimpulse für den Waffenstabilisator um. Dadurch bewegt sich die Kanone bzw. der Turm entgegengesetzt um den Wert der Auswanderung der Richtmarke wenn der ballistische Rechner die Schusswerte an das Zielfernrohr übergibt. Der Richtschütze muß mit der Richtmarke nicht nachrichten, nur gegebenenfalls korrigieren.

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Geber der relativen Turmstellung
und der Turmstellung

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Funkgerät R-173 und Reservestromversorgungsblock

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ballistischer Rechner (li.)
und Stromversorgung (re.)

Die beiden Geber für die relative Turmstellung bezüglich der Turmstellung zur Wanne dienen der Messung der Winkelgeschwindigkeit des Ziels durch zweimaliges Anrichten. Der gemessene Wert im Messintervall ist bis 100 km/h berücksichtigen und für die Berechnung der Vorhalte für Ziel- und Eigenbewegung erforderlich. Das Messen der Winkelgeschwindigkeit erfolgt durch den Richtschützen in dem er Ziel anrichtet und den Taster "Messen der Winkelgeschwindigkeit" betätigt. Danach schwenkt er mit gedrückter Taste den Turm 3 bis 5 Strich vor und lässt den Taster in dem Moment los, wenn das Ziel die Richtmarke erreicht. Ein Geber befindet sich beim Ladeschützen am Turmdrehkranz, der andere auf der Kommandantenseite in einer gemeinsamen Baugruppe mit dem Geber für die Turmstellung bezüglich der Wannenlängsachse. Er dient der permanenten Bestimmung der tatsächlichen Entfernung zum Ziel im Zeitraum von der erfolgten Entfernungsmessung bis zur Schußabgabe während sich der eigene Panzer bewegt. Der Turmstellungsgeber befindet sich beim Richtschützen am Turmdrehkranz in einer gemeinsamen Baugruppe mit dem Geber für die relative Turmstellung. Im Bild oben links ist er als grauer Block am Turmdrehkranz erkennbar.

Der Laserentfernungsmesser befindet sich in einem gepanzerten Kasten auf der Walzenblende und ist mit einer Schutzklappe verschlossen. Es handelt sich um einen nicht augensicheren Laser mit einer Messgenauigkeit von 10 m und einem Messbereich von 300 - 5000 m. Die Bedienung des Laser-Entfernungsmesser wird beim Abschnitt Steuerpult eingehender beschrieben.

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Laser-EM Ausblick

Laser-EM T-55AM2 - 1.jpg
Laser-EM, Anbauposition

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Laser-EM

Auf Grund des fehlenden Platzes im Kampfraum musste der Laser außen auf der Walzenblende platziert werden. Das Gehäuse soll vor Splittern und leichten Waffen schützen. Die Austrittsoptik des Lasers ist mit einer Klappe verschlossen die sich nur bei Betätigen des Tastschalters "Vorbereiten" an den Richtghriffen öffnet und nach Abschluß der Messung wieder schließt. Für Wartungs- und Justierarbeiten kann das Gehäuse oben geöffnet werden.

DWindsensor und Laserwarner T-55AM2er Windsensor befindet sich am Turmheck und ist abklappbar. In ihm befinden sich auch die Sensoren für die Laserwarnanlage. Lufteintritt des Windsensors, Schutzblende entferntIm rechten Bild erkennt man das Gitter am oberen Ende des Sensormastes. Hinter dem Gitter befindet sich zwei Widerstandsdraht-Sensoren. Sie geben der auf Basis der Abkühlung des Messdrahtes und Veränderung seines elektrischen Widerstandes die Windstärke und Richtung an.  Der Windsensor wurde in der Praxis oft ausgeschaltet da bei böigem Wind der "zappelnde" Vorhaltestrich dem Richtschützen das Anrichten erschwerte. Auch gegenwärtig ist der Nutzen des Windsensors umstritten, bei den heutigen großen Schussentfernungen kann zwar der Querwind am Abschussort, nicht aber im Verlauf der Flugbahn gemessen werden.

Die Laserwarnanlage erkennt das Anstrahlen des Panzers durch eine fremde Laser-Quelle und warnt die Besatzung optisch und akustisch. Im linken Bild sind die insgesamt vier Sensoren der Laserwarnanlage als dunkle Punkte im verdickten Teil des Sensormastes erkennbar. Das akustische Signal wird von der Bordsprechanlage ausgegeben. Die optische Anzeige erfolgt am Terminal des Richtschützen für etwa 5 Sekunden. Die LED informieren über die Richtung der Laser-Quelle in Bezug zur Turmstellung des eigenen Panzers. Dabei werden Laserimpulse von modulierten Laserstrahlen, z.B. von lasergelenkten Waffen, erstrangig ausgegeben.

Die Feuerleitanlage des T-55AM2 stellt sicher vom Gesichtspunkt der Trefferwahrscheinlichkeit eine hochwertige Lösung dar, mit der die vorhandenen T-55A modernisiert werden können. Allerdings stellt sie hohe Anforderungen an die Ausbildung. Insbesondere die teilweise komplizierten Bedienungsverfahren zur Ermittlung der Werte für die Zielbewegung erscheinen unter Bedingungen des Gefechts recht anfällig für Bedienungsfehler. Der Kommandant ist in die Schusswertermittlung in bedeutendem Maße eingebunden, was ihn von der eigentlichen Aufgabe der Führung des Panzers ablenkt.
Die zusätzlichen Baugruppen verringern den Platz im ohnehin sehr beengten Kampfraum weiter, der Munitionsvorrat verringert sich um die 5 Granatpatronen im Turmheck, was aber durch die höhere Treffwahrscheinlichkeit etwas wettgemacht wird.

Die Zusatzausrüstung 9K116 zum Verschuss von rohrabgefeuerten Panzerabwehrlenkraketen hat die Typenbezeichnung 9K116-1 für den T-55AM2B, bzw. 9K116-2 für den T-62.

Herzlichen Dank an das Schweizerische Militärmuseum in Full

Part 1 Part 2

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Stefan Kotsch