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Kommandantenkuppeln III

Ein kurzer Streifzug durch die Geschichte der Kommandantenkuppeln der Kampfpanzer

Der Artikel unterliegt der weiteren Fortschreibung. Stand 23.04.2016

Teil 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4 Bildquellen und Literatur

Teil III - Von 1945 bis in die Gegenwart (1)

Als im Mai 45 der Weltkrieg in Europa beendet war, verfügten die beteiligten Armeen über bedeutende Panzerverbände mit eine gewaltigen Anzahl von Kampfpanzern, die nun nicht mehr benötigt wurden. Die Produktion neuer Kampfpanzer wurde in allen Staaten stark reduziert. Auch die Anstrengungen zur Entwicklung neuer Typen verringerten sich zunächst. Die USA und Großbritannien hatten mit dem Pershing und dem Centurion zwei Kampfpanzer die noch zum Kriegsende fertiggestellt worden waren und die soviel Potential besaßen, dass sie den Aufgaben der Nachkriegszeit zunächst gewachsen waren.

Auch die Sowjetunion hatte ihre Panzerproduktion verringert. Allerdings liefen die Entwicklungsarbeiten an neuen Kampfpanzern mit hoher Anstrengung weiter. Während des Krieges war die personelle Auffüllung der Konstruktionsbüros stark verringert worden, weil der Schwerpunkt in der Aufrechterhaltung einer hohen Massenproduktion gesehen wurde. Die nach Kriegsende freiwerdenden ingenieurtechnischen und industriellen Kapazitäten konnten nun so konzentriert werden, dass der technologisch hohe Stand der Vorkriegszeit rasch wieder erreicht werden konnte. Und das war bitter nötig. Die Kampfpanzer des Weltkrieges waren zwar in Massen hergestellt worden, jedoch waren sie technologisch weit hinter dem internationalen Panzerbau zurück geblieben. Der gegen Ende des Krieges entwickelte T-44 war in seiner Konzeption nur ein verbesserter T-34/85 und auch seine Kommandantenkuppel war im Grunde dieselbe.

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Der ab 1945 entwickelte T-54 hatte beim ersten Prototypen noch eine veraltete Kommandantenkuppel wie der T-44. Bereits das Muster von 1948 erhielt eine neu konzipierte Kuppel. Sie war sehr flach gehalten, enthielt ein vergrößerndes Kommandantenbeobachtungsfernrohr und vier Winkelspiegel in der um 360 Grad drehbaren Kuppel. Sie wurde im Verlauf der Erprobungen weiter entwickelt. An Ende zeigte sich die für die Kampfpanzer T-54/55 und T-62 typische sehr flache Kuppel. Beibehalten wurde das zentrale Kommandantenbeobachtungsfernrohr, flankiert von je einem Winkelspiegel. Im nach vorn aufklappbaren Lukendeckel waren zwei weitere Winkelspiegel eingebaut. Die gesamte Kuppel konnte, auf Kugellagern geführt, leicht geschwenkt werden. Eine kleine Klappe im Lukendeckel erlaubte schließlich das Verschießen von Leuchtsignalen unter Panzerschutz. Mit dem beginnenden Einbau von modernen elektromechanischen Turmschwenkwerken erhielt die Kuppel auch die Möglichkeit zur Übersteuerung des Richtschützen in der Horizontalen. Dadurch konnte der Kommandant rasch und recht genau erkannte Ziele an den Richtschützen übergeben. Für einen schnellen Überblick über das Gefechtsfeld war es jedoch unerlässlich die Kommandantenkuppel ununterbrochen zu schwenken, was zweifellos auf Dauer kräftezehrend war. Eine völlig gleichartige Kuppel wurde später auch für den T-62 gewählt.

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Eine andere Lösung favorisierten die Konstrukteure von URALTRANSMASCH für die Jagdpanzer SU-122-54, die nahezu zeitgleich mit demT-54 entwickelt wurde. Die um 360 Grad drehbare Kommandantenluke verfügte über 5 Winkelspiegel in der hinteren Halbsphäre und einen Raumbildentfernungsmesser TKD-09 für die Ermittlung der Anfangsangaben des Schießens. Neben dem britischen schweren Kampfpanzer Conqueror der einzige Serien-Panzer mit dieser Lösung. Unter anderem wegen der Einschränkungen des Sichtfeldes und der für genaue Messungen zu geringen Basisbreite des Entfernungsmessers wurden diese Lösung nicht weiter verfolgt.

Der schwere Panzer T-10 nahm die Kommandantenkuppel der SU-122-54 insofern auf, dass seine um 360 Grad drehbare Kommandantenkuppel über 7 Winkelspiegel und ein zentrales vergrößerndes Kommandantenbeobachtungsgerät verfügte. Damit war jederzeit  und unabhängig von der Stellung der Kuppel  ein Rundumblick auf das gesamte Gefechtsfeld möglich. Überdies war diese Kuppel außerordentlich flach gehalten und bot Geschossen so gut wie keinerlei Fangstellen an. Eine vergleichbare Lösung zeigte sich einige Jahre zuvor beim britischen Centurion. Auch die Kommandantenluke des T-10 erhielt eine dem T-54/55 gleichartige Kommandantenrichtanlage um den Turm für Zielzuweisungen rasch auf die Sichtlinie des Kommandanten einschwenken zu lassen. Das Kommandantenbeobachtungsfernrohr konnte bei Nacht gegen ein aktives Infrarot-Beobachtungsgerät ausgetauscht werden, dessen praktische Sichtweite allerdings auf höchstens 250 m beschränkt blieb. Mit dem Aufkommen moderner panzerbrechender Muniton waren die schweren Kampfpanzer Anfang der 60-er Jahre obsolet und wurden nicht mehr weiter entwickelt. Auch die hochmoderne und effiziente Kuppel des T-10 geriet  in Vergessenheit.

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Der seit Anfang der 60-er Jahre in Charkov entwickelte T-64 sollte über ein revolutionäres Design verfügen. Auch für die Kommandantenkuppel fand man im Verlauf der langjährigen Erprobungen eine originelle Lösung. Die um 360 Grad drehbare Luke wurde mit einem elektromechanischen Antrieb versehen. Das ermöglichte ein rasches Schwenken der Kuppel in der Horizontalen ohne Kraftaufwand. Im Grunde kommt diese Lösung dem beim Leopard 2 eingeführten Beobachtungsperiskop des Kommandanten nahe, wenn man davon ausgeht, dass der Hauptbeobachtungssektor des Kommandanten ohnehin in der vorderen Halbsphäre liegt. Das wichtigste optische Gerät des Kommandanten ist das TKN-3 mit binokularem Tagkanal und pseudo-binokularem aktivem Infrarotkanal. Rechts davon ist ein Winkelspiegel in die Kuppel eingebaut. Links vom TKN-3 ist statt dessen das gesonderte Zielfernrohr für das 12,7 mm MG. Im aufklappbaren Lukendeckel befinden sich an Stelle von zwei vollwertigen Winkelspiegeln wie noch beim T-55/62 nur zwei erheblich verkleinerte Notwinkelspiegel, deren Nutzung ergonomisch wenig vorteilhaft ist. Für einen schnellen Überblick über das Gefechtsfeld ist es damit erforderlich die Kuppel mit ihrem einzigen großflächigen Winkespiegel permanent elektrisch zu schwenken. Das Bewegen des TKN-3 Beobachtungsfernrohres in der Vertikalen erfolgt ausschließlich manuell, lediglich das 12,7 mm Maschinengewehr und dessen Zielfernrohr kann auch in der vertikalen Ebene elektromechnisch gerichtet werden.

Für den T-72 wählten die Konstrukteure wiederum die vom T-55/62 bekannte Variante der Kommandantenkuppel. Da das 12,7 mm Maschinengewehr NSWT nicht unter Panzerschutz bedienbar war, konnten zwei große Winkelspiegel neben dem zentralen TKN-3 Beobachtungsfernrohre eingebaut werden. Das verbesserte zwar die Beobachtungsmöglichkeiten, allerdings musste die Kuppel nun wieder manuell geschwenkt werden. Zwei kleine Notwinkelspiegel in der aufklappbaren Luke ergänzen die Sichtmöglichkeiten des Kommandanten. Eine sehr praktische Innovation ist die Möglichkeit, die Kuppel elektromagnetisch mit dem Turmdrehkranz zu verbinden. Damit konnte der Kommandant die Kuppel auf Tastendruck in der Horizontalen stabilisieren. Die zum Standard entwickelte Lösung der Kommandantenrichtanlage zum Einschwenken des Turms mit hoher Richtgeschwindigkeit auf ein erkanntes Ziel ist ebenfalls vorhanden. Interessant ist das Detail, dass die Kuppel selbst in einem weiteren um 360 Grad schwenkbaren Kuppeldrehkranz eingesetzt ist. Dieser gesonderte Kuppeldrehkranz trägt die Lafette des 12,7 mm NSVT und kann ausschließlich manuell geschwenkt werden. Der Nachteil dieser Lösung besteht darin, dass bei arretiertem Lafettendrehkranz die eigentliche Kommandantenkuppel selbst nicht mehr um 360 Grad gedreht werden kann, weil sie von der Lafette des NSVT blockiert wird. Die Entwickler des T-80B wählten eine sehr ähnliche Lösung für die Kommandantenkuppel. Die Sichtbedingungen sind gleich mit denen des T-72 und auch die Möglichkeiten zur elektromechanischen Zielzuweisung und zur horizontalen Stabilisierung der Kuppel sind völlig identisch. Jedoch wurde die Lafette des 12,7 mm Maschinengewehrs direkt oberhalb des TKN-3 Beobachtungsfernrohres angebracht. Eine Möglichkeit zum Bedienen des Maschinengewehrs von innen unter Panzerschutz ist nicht vorhanden. Der Lukendeckel des Kommandanten wird allerdings nach hinten aufgeklappt, so dass der Zugriff auf das NSVT sehr einfach ist. Der große Nachteil dieser Lösung besteht darin, dass der Kommandant beim manuellen Schwenken seiner Kuppel große Trägheitsmomente wegen der exzentrisch angebrachten schweren Maschinengewehrlafette überwinden muss. In durchschnittenen Gelände können die Kräfte auch rasch unbeherrschbar groß werden, wenn die Ebene des Drehkranzes der Kuppel nicht mehr in der Waagerechten liegt. Eine Lösung für dieses ärgerliche Problem bestand darin, an der Rückseite der Kuppel an einem Stahlrahmen Kettenglieder als Gegengewichte aufzuhängen.

Mitte der 80-er Jahre erschien der T-80U mit eine ganzen Reihe von Verbesserungen. Das trifft insbesondere auf die Feuerleitanlage zu und so natürlich auch auf die Gestaltung und Ausstattung der Kommandantenkuppel. Die Grundkonzeption wurde von den Vorgängern übernommen, also ein zentrales Beobachtungsfernrohr flankiert von zwei Winkelspiegeln. Im Lukendeckel befinden sich drei große Winkelspiegel, dabei einer von ihnen auf dem Scheitel des Deckels als eine Art Rückspiegel. Neu ist jedoch, dass das bisher genutzte TKN-3 Beobachtungsfernrohr durch ein vollständiges Zielfernrohr PKN-4 mit vertikaler Blickfeldstabilisierung ersetzt wurde. Der jeweils monokulare Tag- und passive Infrarot-Nachtkanal erlauben es dem Kommandanten den Richtschützen vollständig zu übersteuern und das Feuer mit Kanone und Koaxial-Maschinengewehr zu führen. Eine Einbindung des PKN-4 in den ballistischen Rechner ist allerdings nicht vorhanden, ebenso fehlt ein integrierter Laser-Entfernungsmesser. Die Richtanlage der Kommandantenkuppel umfasst selbstverständlich auch die Betriebsarten Zielzuweisung an den Richtschützen und Überwachung des Richtschützen. Wenn man davon ausgeht, dass der Hauptbeobachtungssektor des Kommandanten überwiegend in der vorderen Halbsphäre liegt, dann entspricht diese Lösung durchaus der des Leopard 2. Wegen der Größe des PNK-4 und der beengten Platzverhältnisse musste ein Teil der Elektronik für die Kuppel in einen gesonderten Kasten nach außen verlegt werden. Das 12,7 mm NSWT ist beim T-80U nicht von Innen bedienbar, sondern wird in auf dem Turm angeschweißten Aufnahmezapfen eingesetzt. Die Gründne dafür sind nicht nachvollziehbar. Beim T-90 und auch beimT-90A jedoch wurde die Lafette des 12,7 mm NSWT wieder wie beim T-64 auf der drehbaren Kuppel befestigt. Die Anordnung der Beobachtungsgeräte entspricht dem T-64. An Stelle des TKN-3 wurde jedoch das PNK-4 wie beim T-80U verwendet. Die Möglichkeiten und Limitierungen der Kuppel des T-90 entsprechen vollständig denen des T-80U. Darüberhinaus ist wie beimT-64 links vom PNK-4 ein besonderes Zielfernrohr für das 12,7 mm NSWT eingesetzt, weswegen der vordere linke große Winkelspiegel wieder wegfiel.

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Im Jahre 2011 wurde eine umfassen modernisierte Version des T-90A vorgestellt. Sie kann durchaus als ein Versuch gelten, die moderne Technologie des parallel in Entwicklung befindlichen T-14 Armata auch im T-90 einzusetzen. Auch hier betrifft das wiederum in wesentlichen Teilen die Feuerleitanlage und die Ausstattung des Kommanndantenplatzes. Ein Mangel des PNK-4 bestand ja darin, dass es wegen der veralteten mechanischen  Blickfeldstabilisierung extrem sperrig war, die ergonomischen Bedingungen müssen deswegen zweifellos als wenig vorteilhaft bewertet werden. Inzwischen waren moderne Rundblickfernrohre mit zeitgemäßen Blickfeldstabilisierungen verfügbar. Aus diesem Grund konnte nun auf eine drehbare Kommandantenkuppel verzichtet werden. Ein starrer Ring aus 8 Winkelspiegel erlaubt auch ohne Periskop einen vollständigen Rundumblick. Tipptasten an jedem Winkelspiegel gestatten es den Turm unverzüglich in bedrohte Richtungen einschwenken zu lassen. Neu im russischen Panzerbau ist die sehr zweckmäßige "Umbrella"-Funktion der Luke, um geschützt von oben, über den offenen Lukenrand beobachten zu können. Ein Rundblickfernrohr hinter der Kommandantenluke erlaubt vom Kommandantenplatz aus die Beobachtung und auch die Feuerführung aus Kanone und Koaxial-Maschinengewehr. Zusätzlich kann ein 7,62 mm Maschinengewehr, befestigt am Rundblickfernrohr, vom Kommandanten bedient werden. Beim T-14 Armata, der 2015 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, entschlossen sich die Konstrukteure dazu, die Besatzung vollständig in der Wanne unter zu bringen. Das hat weitreichende Folgen für den Kommandanten. Die Sichtmöglichkeiten des Kommandanten über Winkelspiegel sind stark begrenzt und nur in der vorderen Halbsphäre der Wanne möglich. Ein Beobachten über den Rand der geöffneten Luke ist bei in Betrieb befindlicher Waffenstabilisierung nicht mehr möglich. Sämtliche Beobachtungsmöglichkeiten des Kommandanten müssen über elektronische/elektrische Schnittstellen zum Turm realisiert werden. Ein Ausfall der elektrischen Anlage führt zum Verlust der Beobachtungsmöglichkeiten nicht nur des Kommandanten. Die fehlende Rundumsicht des Kommandanten über Winkelspiegel wird durch mehrere Videokameras am Panzer kompensiert, die am Kommandantenplatz zugeschaltet werden können. Immer mit der Maßgabe, dass die elektrische/elektronische Anlage funktionsbereit ist. Es bleibt abzuwarten wie sich diese Lösung bewähren wird. In jedem Fall beschränkt sich der Kontakt des Kommandanten mit dem Gefechtsfeld auf einen TV-Monitor mit zweidimensionaler Darstellung bei schlechteren optischen Auflösungswerten im Vergleich mit den menschlichen Augen. Das ist der Preis dafür, dass der Schutz der Besatzung des T-14 Armata heute weltweit unerreicht hoch ist.

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Die Panzertruppen der USA beendeten den Weltkrieg mit dem M26 Pershing und unzähligen M4 Sherman. Der M26 wurde relativ schnell zum M46 modernisiert. Die Kommandantenkuppel blieb aber zunächst die vom M4 Sherman bekannte. Die Entwicklung des ersten Nachkriegspanzers wurde 1951 mit der Aufnahme der Serienproduktion abgeschlossen. Es war der M47, der nun über eine moderne Feuerleitanlage mit einem mechanischem ballistischem Rechner und optischem Entfernungsmesser verfügte. Auch die Kommandantenkuppel wurde neu konstruiert. Entgegen den Erfahrungen des Weltkrieges war diese Kuppel starr und rundum mit Panzerglasblöcken versehen um die Rundumbeobachtung zu ermöglichen. Auf den bisherigen drehbaren Winkelspiegel hatte man ersatzlos verzichtet. Dafür befand sich vorn in der Kuppel ein Winkelzielfernrohr mit dem der Kommandant selbst die Feuerführung mit der Hauptbewaffnung übernehmen konnte. Dazu war das Zielfernrohr über ein Parallelogrammgestänge mit dem optischen Entfernungsmesser verbunden. Die ist auch der Grund dafür, dass die Kuppel nicht drehbar war. Ein im Winkelzielfernrohr integierter Winkelspiegel ermöglichte die 1:1 Sicht nach vorn. Weitere Mängel des M47 führten rasch zum Nachfolger M48. Dieser Panzer erhielt wieder eine drehbare Kuppel für den Kommandanten. Drei großflächige Winkelspiegel ermöglichten ein gutes Sichtfeld in alle Richtungen, es fehlte allerdings ein vergrößerndes Beobachtungsfernrohr. Die verantwortlichen Militärs stellten bereits kurze Zeit später die Forderung auf, dass ein 12,7 mm Maschinengewehr auf die Kuppel zu montieren sei, das unter Panzerschutz bedienbar sein sollte. Das führte zu der bekannten riesigen Kommandantenkuppel die auch beim Nachfolger M60 Verwendung fand. Insgesamt 8 Panzerglasblöcke ermöglichen auch bei dieser Kuppel eine gute Rundumsicht.

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Die Kuppel selbst wird mit einem Kurbelantrieb horizontal geschwenkt, das 12,7 mm Maschinengewehr richtet der Kommandant in der Vertikalen ebenfalls manuell. Zum Richten ist ein Zielfernohr oben in die Kuppel eingesetzt. Der wesentliche Nachteil dieser Kuppel besteht darin, dass der Kommandant deutlich oberhalb der Hauptpanzerung des Turms sitzt, so dass ihm die schwach gepanzerte Kuppel nur wenig Schutz hieten kann. Israel zog aus diesem Grund für seine M48 die ursprüngliche flache Kuppel vor. Beim M60A2, der einen neuartigen Turm mit sehr kleiner Silhouette für seine 152 mm Kombinationswaffe erhalten hatte, bestanden die Militärs weiter auf der Kuppel mit einem großkalibrigen Maschinengewehr. So erhielt der sehr kleine Turm eine überdimensionale Kommandantenkuppel. Diese Kuppel war durchaus modern konstruiert. Ein enger Ring aus Panzerglasblöcken erlaubte beste Sichtmöglichkeiten. Eine elektromechanische Richtanlage in beiden Ebenen mit Stabilisierung und ein Zielfernrohr mit Tagkanal und passivem Infrarot-Nachtkanal gestattete es dem Kommandanten den Richtschützen zu übersteuern und auch selbst das Feuer zu führen.

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Der M60A2 erwies sich schon nach wenigen Dienstjahren als zu kompliziert und wegen der fehlenden Möglichkeit wirksame APFSDS-Geschosse zu verschießen als Sackgasse. Als Nachfolger und im Ergebnis der langwierigen Entwickungsarbeiten am Kampfpanzer MBT-70 zeigte sich schließlich am Ende der 70-er Jahre der M1 Abrams. Er erhielt in Auswertung der bisherigen Erfahrungen wieder eine flache Kuppel mit 6 sehr großflächigen Winkelspiegeln. Die Kuppel ist um 360 Grad drehbar und trägt eine Lafette für ein 12,7 mm Maschinengewehr. Dadurch, dass das dessen Zielfernrohr nur für den Einsatz am Tage bestimmt war, konnte das Zielfernrohr äußerst klein konstruiert werden. Insgesamt verfügt der M1 über die besten Kommandantenkuppel aller bisherigen US-Kampfpanzer. Nicht zeitgemäß ist jedoch der Umstand, dass der Kommandant über kein vergrößerndes Beobachtungsfernrohr verfügt um Ziele unabhängig vom Richtschützen zu suchen. Die Zielzuweisung an den Richtschützen ist aber zumindest über einen unabhängigen Kommandantenrichtgriff möglich. Über die Direktsicht ins Richtschützenhauptzielfernrohr kann der Kommandant bei Tag, sowie bei Nacht über das Wärmebildgerät des Richtschützen, selbst das Feuer aus der Hauptbewaffung zu führen. Beim modenisierten M1A2 wurde dem Kommandanten schließlich ein vorne links auf dem Turmdach untergebrachtes zusätzliches Wärmebild-Rundblickperiskop CITV zur Verfügung gestellt. Mit diesem voll stabilisierten CITV ist es nun möglich unabhängig vom Richtschützen Ziele zu suchen und auch zu bekämpfen. Die 8 Winkelspiegel der jetzt unbeweglichen Kuppel wurden nochmals deutlich vergrößert und bilden nun ein nahezu lückenfreies Sichtfeld um volle 360 Grad. Auf die Möglichkeit das 12,7 mm Maschinengewehr unter Panzerschutz zu bedienen wurde verzichtet. Der Lukendeckel des M1 verfügt selbstverständlich auch über die "Umbrella"-Funktion, die dem Kommandanten einen Panzerschutz von Oben bietet wenn er aus der halb geöffneten Luke beobachtet.

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Im Teil 4 werden abschließend die Kommandantenkuppeln weiterer Kampfpanzer betrachtet .

 

Teil 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4 Bildquellen und Literatur

 

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