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125 mm D-81
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Die Munition der russischen Panzerkanone D-81( Kanone 2A46 bis 2A46M-5) Mit der Einführung der 115 mm D-68 war die Glattrohrkanone zur Standartkanone der russischen Kampfanzer geworden. Die gewonnenen Erfahrungen mit der D-68 konnten bei der Entwicklung der D-81 und ihrer Munition genutzt werden. Insbesondere die panzerbrechende Wuchtmunition durchlief eine rasche Entwicklung und wird auch heute noch ständig modernisiert. Hier eine Auflistung der wichtigsten Munitionsarten, wobei nicht alle Entwicklungen in die Massenproduktion gingen und in den Truppendienst gelangten. Wegen der hohen Exportrate des T-72 bieten inzwischen auch namhafte internationale Hersteller Munition für die D-81 an, so Indien, Jugoslawien, Israel, Pakistan und andere. Unterkalibergeschosse
(APFSDS)
Hohlladungs- und Splitterspreng-Granaten
Das
Unterkalibergeschoss BM ist ein panzerbrechendes Wuchtgeschoss
mit Flügelstabilisierung. Es besitzt zur Steigerung der Anfangsgeschwindigkeit
eine Zusatztreibladung mit
einer Hülle aus verbrennendem
Material. Die Zusatztreibladung
ermöglicht die Steigerung der Anfangsgeschwindigkeit auf 1700
bis 1800 m/sec. Allerdings führt die Verbrennung der Zusatztreibladung
zu einem hohen Rohrverschleiß infolge Materialauswaschung im
Rohrinneren. So wurde noch im Jahr 1986 der Rohrverschleiß für
die BM-9 und BM-12 mit etwa 57 Gramm Abrieb je Schuss angegeben.
Nach 15 Schuss sollte ein Rohrausgleich durchgeführt werden,
um mit angeschraubten Gewichtsringen am Rauchabsauger das Gleichgewicht
von Rohr und Bodenstück auszubalancieren, was für die Waffenstabilisierung
wichtig ist. In Zuge der Modernisierung der D-81 wurde viel
getan, um diese Probleme, die bei jeder Kanone auftreten, zu
minimieren. Das Geschoss BM-22 (etwa 1976) wurde bereits in einer neuen Technologie hergestellt und besitzt einen Langstabpenetrator von 250 mm Länge aus Wolframkarbid in einem Stahlmantel. Die ballistischen Eigenschaften, wie Streuung, Flugzeit und Endgeschwindigkeit, wurden verbessert. Die Geschosse BM-26,
BM-27 (etwa 1983) und BM-29 (etwa 1984) stellen
Weiterentwicklungen der BM-22 dar. So besitzt die BM-26 einen
verlängerten Geschosskörper im Verhältnis 12:1 und weiter verbesserte
ballistischen Eigenschaften. Bei der BM-27 wurden Form und Ausmaße
des Geschosskörpers weiter verbessert, es besitzt ein Längenverhältnis
von 13:1.
Dieses Geschoss BM-29 (?) ist eine Weiterentwicklung der BM-26. Die exakte Bezeichnung ist nicht eindeutig auszumachen. Offenbar handelt es sich um ein Geschoss in einem Experimentalstadium für neue Treibkäfige. Das Geschoss BM-32 "Vant" (etwa 1985) ist eine Weiterentwicklung der BM-26 , bei deren letzten Versionen insbesondere der Treibkäfig verbessert wurde. Der in Stahl eingehüllte, auf 300 mm verlängerte Penetrator besteht aus einer Legierung von abgereichertem Uran, Nickel und Zink. Das Geschoss BM-39 "ANKER" wurde im Rahmen der Entwicklungsarbeiten für einen neuen experimentellen Kampfpanzer (Objekt 187) entwickelt, der mit der 125 mm Experimentalkanone 2A66 (D-91T) bewaffnet war. Möglicherweise wegen der Versuche mit einer Mündungsbremse an der 2A66 wurde der Treibkäfig so verändert, dass er die Führung und Zentrierung des Geschosses im Rohr vollständig übernehmen konnte. Die Spannweite der Stabilisierungsflügel konnte dadurch verringert werden, was den Luftwiderstand und damit die ballistischen Eigenschaftem deutlich verbesserte. Das Geschoss hat einen Monoblockpenetrator aus abgereichertem Uran. Über eine Serienproduktion ist bisher nichts bekannt.
Das Geschoss BM-42 "Mango" (etwa 1988) wurde entwickelt um den Tendenzen zur Nutzung aktiv-reaktiver Panzerungen Rechnung zu tragen. Die Technologie für Treibkäfig und Penetrator wurde erstmals erheblich verändert. Eine neue Legierung aus Wolfram mit hochwertigen mechanischen Eigenschaften in Verbindung mit verbesserten austenitischem Stahlsorten und neuartigen Aluminiumlegierungen führten zu einer neuen Munitionsqualität.
Das Längenverhältnis wurde auf 16:1 verbessert. Das Schnittbild der BM-42 zeigt gut die Anordnung der Zusatzttreibladung. mit Stäben aus Röhrenpulver und Röhrenstücken. Der Zündimpuls wird durch die Verbrennung der Haupttreibladung ausgelöst. Anfangs hatte diese dazu an der Stirnseite noch Durchbrüche mit einer roten Textilabdeckung. Der Boden der Zusatztreibladung besteht zur besseren Anzündung ebenfalls aus einer relativ dünnen verklebten textilen Abdeckung.
Das Geschoss BM-42M "Svinets" (etwa 1988) stellt eine Version dieser Munitionsart mit weiter erhöhter Qualität dar. Es handelt sich um eine Modernisierung der BM-42. Der Monoblockpenetrator besteht aus einer Wolframlegierung und der Treibkäfig aus einer neuartigen Aluminiumlegierung. Das Längenverhältnis von 22:1 stößt bereits an die Grenzen des machbaren, da die Kassetten der russischen Karussell-Ladeautomaten wesentlich längere Geschosse kaum noch zulassen. Die verwendeteten neuen Kompositpanzerungen und die gestiegenen Einsatzschussentfernungen gaben den Impuls zur Weiterentwicklung der BM-42. Das unten abgebildete Geschoss BM-44U2 stellt eine der letzten Entwicklungen dar, gesicherte Angaben sind jedoch noch nicht verfügbar. Es soll sich um eine ukrainische Modifikation handeln, die gemeinsam mit französischen Firmen entwickelt wurde.
Mit dem Unterkalibergeschoss P-31 und dessen Vorgängern entstand für das Übungsschießen eine neue Munitionsart, die in ihren Flugeigenschaften bis 3000 m den BM-Geschossen gleich ist, aber den Sicherheitstiefen der üblichen Schießplätze entspricht. Durch die Formgebung erhöht sich der Luftwiderstand nach Unterschreiten einer bestimmten Fluggeschwindigkeit so stark, dass dieses Geschoss bereits nach 9000 m zu Boden fällt. Bisher wurde das Übungsschießen mit sprengstofflosen Hohlladungsgeschossen durchgeführt. Die neue Munitionsart trägt der höheren Qualität und Realitätsnähe der Schießausbildung Rechnung. Die Treibscheibe löst sich nach Verlassen des Rohres. Das Geschoss besitzt ebenfalls eine Zusatztreibladung.
Die Hohlladungsgranate BK-14M wird hauptsächlich gegen gepanzerte Ziele und Feldbefestigungsanlagen verwendet. Sie besitzt Stabilisierungsflügel die nach Verlassen der Rohres ausklappen. Die sechs Flügel werden durch eine Metallklammer am Schaft gehalten, die Klammer löst sich beim Abschuss. Eine Phase an den Flügeln lässt die Granate schon im Rohr leicht rotieren, was das Ausklappen der Flügel unterstützt. Ein Leuchtspursatz ermöglicht die Beobachtung des Schusses. Eine Mehrzwecknutzung ist nicht vorgesehen, kann aber natürlich erfolgen. Die BK-14 besaß noch eine Einlage aus Stahl, in den nachfolgenden Typen wird eine Kupfereinlage verwendet. Die Weiterentwicklungen hatten insbesondere das Ziel die Herstellungstechnologie zu verbessern. Durch präzisere Herstellungsverfahren wurde so z.B. die Effektivität des kumulativen Strahls gesteigert. Das führte bei den Typen bis hin zur BK-29 zu einer erheblich höheren Durchschlagsleistung. Das Muster BK-21 besaß sogar eine Auskleidung des Hohlladungstrichters aus abgereichertem Uran. Bei der BK-29M konnte durch eine neuartige Technologie das Gewicht verringert und die Anfangsgeschwindigkeit gesteigert werden. Bekannt sind auch Entwicklungen mit einer Tandemhohlladung. Allerdings ist die Herstellung der Hohlladungsgranaten sehr teuer, mit zumeist um 5 Schuss bildeten die BK deswegen nur einen kleinen Teil der Munitionsbeladung. Zur Bekämpfung von Kampfpanzern sind die oben beschriebenen Unterkalibergeschosse besser geeignet. Für das Bekämpfen der anderen Ziele hat sich die Splitterspreng-Granate bisher als unschlagbar erwiesen.
Die Splittersprenggranate OF-19 ist flügelstabilisiert, die vier Flügel werden nach Verlassen des Rohres freigegeben und klappen nach hinten im Winkel von 90 Grad aus. Sie sind hinten an einem Aluminiumsteg befestigt, der in den Boden des Granatkörpers eingeschraubt ist. In der Transportlage werden die Flügel durch einen Kunststoffring gehalten, der beim Abschuss zerbricht. Außerdem sperren kleine Schrauben die Flügel vorn an der Geschossbodenseite, die Schrauben werden beim Abschuss abgeschert. Eine Phase an den Flügeln lässt die Granate schon im Rohr rotieren, was das Ausklappen der Flügel unterstützt. Einen Leuchtspursatz besitzt die OF-19 nicht, der Treffer kann nach dem Einschlag gut beobachtet werden. Die Granate ist mit einer Füllung aus TNT versehen und kann an ihrem Zünder, der im wesentlichen dem Zünder W429 der OF-412 entspricht, in der Wirkung verstellt werden. Werksmäßig ist die Zündermembran mit einer abschraubbaren Kappe abgedeckt. Das bedeutet, der Zünder spricht mit einer geringen Verzögerung an, was die Wirkung auf leichtgepanzerte Ziele erhöht. Der Zündfunkenweg ist werksmäßig mit einem Stellstift am Zünder auf direkten Weg eingestellt.
Bei Bedarf kann die Kappe abgeschraubt werden, die Zündung erfolgt sofort ohne jede Verzögerung . Mit Kappe und Zündweg auf Verzögerung eingestellt, wird eine deutliche Zündverzögerung erreicht. Dies ist vor allem gegen Feldbefestigungsanlagen effektiver, wo ein tiefes Eindringen vor der Zündung erwünscht ist. Die Splittersprenggranate OF-19 wurde zur OF-26 weiterentwickelt. Diese hat eine Füllung mit dem wesentlich brisanterem Sprengstoff Hexogen, phlegmatisiert mit Aluminiumpulver, was insbesondere die Splitterwirkung erhöht und somit die Wirkung auf leichtgepanzerte Ziele. Die Wirkungsfläche der Splittersprenggranate, in der 90% aller lebenden Kräfte vernichtet werden, beträgt etwa 40 m in der Breite und 20 m in der Tiefe. Die Grundladung Sh-40 bzw Sh-52 ist eine Teilabbrandladung, nur der Hülsenstummel bleibt zurück. Die Grundladung wird für alle Geschosse als Standartladung verwendet. Das Gewicht der Treibladung beträgt 10 kg, dabei entfallen 3,4 kg auf den Hülsenboden aus Stahl. Die Zündung beim Abfeuern erfolgt primär mit einem elektrischen Impuls durch den Schlagbolzen, der dazu nach dem Schließen des Verschlußkeils sofort gegen die Zündschraube GUV-7 (Galvano/Schlag-Zünder) drückt. Völlig unabhängig vom Zündverlauf wird ein Schlagstück entspannt, das gegen den Schlagbolzen schlägt und so doublierend die klassische mechanische Zündung auslöst, für den Fall, daß die elektrische Zündung erfolglos war. Im Notbetrieb wird die mechanische Schlagbolzenzündung per Hand ausgelöst. Die Pulverfüllung besteht aus Stücken von 7-Kanal-Röhrenpulver.
Mit der 125 mm Kanone konnten schon aus dem T-64B Lenkraketen abgefeuert werden. Diese sind so konstruiert, daß sie auch durch den Ladeautomaten geladen werden können. Sie sollen vor allem die Wirkungslücke zwischen Panzerkanonen und weitreichenden Panzerabwehrwaffen beim selbständigen Einsatz der Panzer schließen. Der 1978 eingeführte Lenkraketenkomplex 9K112-1 "KOBRA" verschießt die funkgesteuerte Rakete 9M112 auf Entfernungen bis 4000 Meter aus dem Stand und aus der Bewegung bei einer Vernichtungswahrscheinlichkeit mit dem ersten Schuss von nicht weniger als P=0,8. Das Prinzip der Steuerung der Rakete ist halbautomatisch, der Richtschütze braucht nur die Richtmarke auf dem Ziel halten. Bei der 1983 eingeführten Lenkrakete 9M119 wird die Rakete mit der Steuereinheit KB-LKSe "IRTYSCH" durch einen Laserleitstrahl auf das Ziel gelenkt. Für die T-72 hat der Lenkkomplex die Bezeichnung 9K120 "SWIR", in den T-80 und T-90 wird der Lenkkomplex 9K119 "REFLEKS" verwendet. Die Zielentfernung kann 100 bis 5000 Meter betragen, die Wahrscheinlichkeit das Ziel mit dem ersten Schuss zu vernichten liegt ebenfalls bei P=0,8. Es können nicht nur Bodenziele sondern auch Hubschrauber bekämpft werden. Als Richtoptik wird das Hauptzielfernrohr des Richtschützen genutzt. Die Rakete wird durch den Ladeautomaten geladen, an Stelle der Treibladung wird eine Austoßladung verwendet. Da der Lader des T-80 Geschoss und Treibladung in einem Zug zuführt, besitzt die Ausstoßladung einen Abstandhalter. Außerdem verhindert der Abstandhalter ein Zurückgleiten der Rakete in den Ladungsraum der Kanone infolge der verkürzten Ausstoßladung. Im Heck der Rakete befindet sich der Empfangsblock für den modulierten Laserstrahl der Lenkeinheit des Panzers. Es folgt das Hohladungsgefechtsteil, das Triebwerk und die Steuereinheit in der Geschoßspitze. Die Lenkung arbeitet somit nach dem Prinzip des Entenflügels. Nach Verlassen des Rohres klappen die Lenkflächen aus dem Kopfteil heraus und das Marschtriebwerk zündet.
Weiten
des direkten Schusses auf Zielhöhen mit der Standartmunition
Schusstafeln der St 250/04/005 für die 125 mm Panzerkanone D-81 Ausgabejahr 1981:Die genauen Daten sind aus der Schusstafeln zu entnehmen. Sie umfaßt 3 HTML-Seiten mit den Originalangaben der Schusstafeln für das Schießen. im direkten Richten.
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