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120 mm (D)
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Munition der deutschen 120 mm Panzerkanone RheinmetallStand: 16.05.2011 Die
für den deutschen Kampfpanzer Leopard 2 von der Firma Rheinmetall entwickelte
120 mm Glattrohrkanone verschießt eine patronierte Munition mit teilverbrennender
Treibladungshülse und Stahlboden. Es wurden zum Zeitpunkt der Einführung
des Leopard 2 zwei Hauptmunitionsarten
entwickelt und zur Serienreife gebracht. Im einzelnen sind das ein allgemeiner
Aufbau der 120 mm Patronen Einige Kenndaten der Munition: Panzerbrechende Wuchtmunition (APFSDS)
~
: Wert ist errechnet mit Hilfe von
Fotos Mehrzweckgeschosse (MZ)
Sprenggeschosse (HE)
120 mm KE-Geschosse (APFSDS) Die DM 13 war die erste in Deutschland entwickelte panzerbrechende Wuchtmunition für Glattrohrkanonen und war zum Zeitpunkt der Einführung des Leopard 2 im Jahre 1979 verfügbar. Das flügelstabilisierte KE-Geschoss wirkt nur durch seine kinetische Energie, die es im Rohr beim Abschuss erhält. Dazu wird das Geschoss auf eine Anfangsgeschwindigkeit von 1640 m/sec beschleunigt. Das Kaliber im Flug liegt bei 38 mm, die Geschossmasse ohne den abtrennbaren Treibkäfig beträgt 4,6 Kg. Der eigentlich panzerdurchdringende Kern ist im Geschosskörper eingebettet und weist einen noch kleineren Durchmesser als der Geschosskörper auf. Das Material des Penetrators besteht aus einer speziellen Wolfram-Legierungen mit enorm hoher Dichte und Härte. Die Durchschlagsleistung der DM 13 soll auf 2200 m Schussentfernung cirka 230 mm homogenem Walzstahl (RHA) betragen.
Die Patrone besteht aus einem stählernen Hülsenboden mit Zündschraube und einem Anzündstab, der für eine optimale Entzündung der Treibladung sorgt. Ein in den Hülsenboden eingeklebter Hülsenkörper verbrennt vollständig. Die Spitze der Treibladungshülse trägt das Geschoss. Die Leistungsdaten der DM 13 bereits Anfang der 80er Jahre nicht mehr zufriedenstellend, so dass sie ab 1983 durch die DM 23 ersetzt wurde.
Die DM 23 unterscheidet sich von ihrer Vorgängerin durch ein neues Geschoss mit verringertem Kaliber im Flug und verlängertem Penetrator. Neu gestaltet wurde die Spitze des Penetrators, der aus diesem Grund auch eine ballistische Haube erhielt. Der Treibkäfig wurde an das neue Geschoss angepasst. Die Zusammensetzung der Treibladung wurde verfeinert und optimiert.
Die DM 33 ist der Nachfolger der DM 23 und erwies sich als außerordentlich leistungsfähig, so dass sie seit ihrer Fertigstellung etwa ab 1987 international breiteste Verwendung bei vielen Streitkräften fand, die Kampfpanzer mit der deutschen 120 mm Kanone einsetzten. Alleine in Deutschland wurden von der DM 33 über 100'000 Stück produziert. Der Penetrator besteht wiederum aus einer Wolfram-Legierung. Die Treibladung besteht aus Schüttpulver. Der Penetrator verfügt über ein weiter verringertes Kaliber im Fluge und eine deutlich größere Geschosslänge. Der dreiteilige Treibkäfig wurde weiterentwickelt und verbessert. DieTreibladung wurde optimiert. Die DM 43 (LKE I) ist eine Weiterentwicklung der DM 33 und kann aus der 120 mm Kanone (L/44) und auch aus der rohrverlängerten Kanone (L/55) verschossen werden. Insbesondere der Penetrator, der Treibkäfig und die Treibladung wurden neu entwickelt. Die Treibladung besteht nun aus einem Teil Röhrenpulver und einem Teil Schüttpulver und ermöglicht eine Anfangsgeschwindigkeit von 1740 m/s. Der Penetrator ist so konstruiert, dass er eine optimale Durchschlagswirkung auch beim Auftreffen auf stark geneigte Panzerungen gewährleisten soll.
Die DM 53 (LKE II) stellt die letzte bisher bekannte Entwicklung dar. Die DM 53 wurden insbesondere in Hinblick auf die Bekämpfung von Kampfpanzern mit modernsten Mehrschichtpanzerungen und zusätzlichen Reaktivpanzerungen entworfen. Der Penetrator besteht aus einer speziellen Wolfram-Schwermetall-Legierung. Das bisherige Leichtmetall Flügelleitwerk wurde duch ein Stahlleitwerk ersetzt um die höhere Belastung beim Verschuss aus der 120 mm Kanone L/55 aufnehmen zu können. Die DM 53 kann aus den Kanonen L/44 und L/55 verschossen werden. Dabei liegt die Mündungsenergie der DM 53 rund 15 % über dem Wert der alten Muition für die Kanone L/44 und sogar um 30 % beim Verschuss aus der Kanone L/55.
Die DM 63
(LKE II) [DM 53A1] unterscheidet
sich von der DM 53 im Wesentlichen nur durch den Einsatz
einer neuartigen temperaturunabhängigen Treibladung TIPS (Temperature
Independent Propulsion System). Diese neue
Treibladung behält ihre innenballistischen Eigenschaften über
einen breiten Ladungstemperaturbereich von etwa relativ konstant aufrecht.
Außerdem konnte mit der neuen Treibladung der Verschleiß im
Rohr durch Erosion erheblich verringert werden. Die Treffgenauigkeit
wurde deutlich verbessert, so dass der Streuungskreis (50 %
Treffwahrscheinlichkeit) hat einen Durchmesser von etwa 2 Strich
bei gesteigerter effektiver Schussentfernung. Verfeinert wurde
die Treibladungsanordnung aus 7-Loch Schüttpulver und der Treibkäfig.
120 mm KE-Übungsgeschosse Die DM 38 wurde als Übungsgeschoss entwickelt. In Form, Gewicht und Aufbau entspricht sie der DM 13. Allerdings besteht der Penetrator aus einfachem, preiswertem Stahl. Um das Verschießen der DM 38 auch auf Panzerschießplätzen mit der üblichen geringen Sicherheitstiefe zu ermöglichen, erhielt das Geschoss ein Lochkegelleitwerk. Dieses Lochkegelleitwerk ist so gestaltet, das innerhalb der Schussweite von etwa 2500 -3000 m die Flugbahn dem Gefechtsgeschoss entspricht. Allerdings ändern sich durch das Lochkegelleitwerk die aerodynamischen Eigenschaften des Geschosses nach Unterschreiten einer kritischen Fluggeschwindigkeit so stark, dass die Fluggeschwindigkeit drastisch abfällt. Das Geschoss erreicht so unter normalen Schießplatzbedingungen lediglich eine maximale Flugweite von etwa 7500 m, während ein Gefechtsgeschoss theoretisch bis zu 100 km weit fliegen kann. Ein Übungsgeschoss mit Lochkegelleitwerk zeigt das linke Foto. Für das Schießen auf Schießplätzen mit geographisch begrenzter Schussweite, wie beispielsweise in den Schweizer Alpen kann das Übungsgeschoss auch ein herkömmliches Flügelleitwerk aufweisen, wie das rechte Foto zeigt. Die DM 48 entspricht im Wesentlichen dem Aufbau der DM 38. Um jedoch der veränderten Ballistik der Gefechtsgeschosse Rechnung zu tragen, wurden Geschosskörper, Treibkäfig und Treibladung so weiterentwickelt, dass die DM 48 unter Schießplatzbedingungen eine der verbesserten Gefechtsmunition analoge Flugbahn aufweist.
Die 120 mm Mehrzweckgranate DM 12 Die DM 12 wurde als Mehrzweckgranate entwickelt und soll neben der Bekämpfung von gepanzerten Zielen auch gegen ungepanzerte Ziele, Feldbefestigungen und lebende Kräfte eingesetzt werden. Die Granate besitzt eine Hohlladung zum Durchschlagen von gepanzerten Zielen. Durch eine angepasste Granathülle wird beim Detonieren neben dem eigentlichen Hohlladungseffekt zusätzlich eine erhöhte Splitterwirkung erreicht. Die Durchschlagswirkung bei Panzerzielen soll bei 60 Grad Auftreffwinkel in Bereichen bis zu 220 mm liegen. Bei 90 Grad Auftreffwinkel durchschlägt sie ca. 450 mm Schottpanzerung, abhängig vom Keramikanteil der Panzerung. Bei homogenem Panzerstahl sind etwa 700 mm Durchdringtiefe möglich. Die Kombination Hohlladung und Splittergeschoss ist jedoch ein Kompromiss. Die Leistungsdaten beim Einsatz gegen ungepanzerte Ziele, Feldbefestigungen und lebende Kräfte liegen deutlich unter denen einer konventionellen Splittergranate wie beispielsweise der russischen 125 mm HE-FRAG OF-26. Deshalb haben bereits einige Streitkräfte die neue HE-Granate DM 11 eingeführt, was auch für die Bundeswehr geplant ist.
Die DM 18 ist ein Übungsgeschoss und entspricht in Form, Gewicht und ballistischen Daten der DM 12. Allerdings enthält der Geschosskörper weder eine Sprengladung noch einen Zünder.
120 mm Splitter-Sprenggranate DM 11 (HE-FRAG-T) Eine
neuere Entwicklung stellt die 120 mm HE-FRAG Granate ( High Explosive, Fragmentation) dar. Sie
ist eine konventionelle Granate mit programmierbarem Zünder. In ihrer Wirksamkeit
übertrifft sie die Mehrzweckmunition, da sie nicht den Kompromiss zu
Gunsten der Hohlladungswirkung eingehen muss. Sie besitzt eine bedeutend
höhere Sprengstoffmasse und die Gestaltung der Geschosshülle läßt
eine effektivere Splitterwirkung zu. Die DM 11 ist mit
einem tempierbaren Zünder versehen. Dabei sind folgende Zündereinstellungen
möglich. Standardeinstellung ist die klassische Aufschlagzündung,
bei der die Granate sofort und verzögerungslos beim Aufschlag
detoniert (PD - Point Detonation). Zweitens ist es möglich den
Zünder mit einer geringen Verzögerung ansprechen zu lassen (PDwD
- Point Detonation with Delay). Damit wird erreicht, dass leicht
gepanzerte Ziele oder Feldbefestigungen bereits vor der Detonation
der Granate durchschlagen werden um so die maximale Wirkung
hinter der Panzerung oder Befestigung zu entfalten. In der dritten
Zündereinstellung erfolgt eine Programmierung des Zündzeitpunktes
in Abhängigkeit der gemessenen Entfernung zum Ziel (AB - Air
Burst). Um den Zünder über dem Ziel ansprechen zu lassen, wird
durch den Feuerleitrechner der Aufsatzwert zur gemessenen Entfernung
so erhöht, dass der sich Detonationspunkt der Granate über dem
Ziel befindet. Dadurch wird eine optimale Wirkung durch maximale
Splitterdichte und Splitterzahl erreicht.
Der elektronisch einstellbare Zünder
befindet sich im Bodenteil des Granatkörpers. Er ist werksmäßig auf Sprengwirkung ohne Verzögerung eingestellt
und kann so auch von Kampfpanzern ohne Zünderstellelektronik
verschossen werden. Die erforderlichen Umrüstarbeiten beschränken
sich allerdings auf das Auswechseln der Zündstiftbaugruppe im
Verschlusskeil der Kanone gegen eine solche mit zusätzlicher
Datenschnittstelle und den Einbau eines gesonderten Bediengerätes.
Die Daten zur Programmierung werden vom mit dem Feuerleitrechner
verbundenen Bediengerät über den Datenübertragungskontakt im
Verschlusskeil und eine gesonderte Datenleitung im Patronenkörper
in den elektronischen Zünder übertragen.
Quelle: Rheinmetall; Zeitschrift Strategie und Technik
120 mm PELE-Geschoss (PELE-FSDS) Das PELE-Geschoss - Penetrator mit erhöhtem Lateral-Effekt - ist eine völlige Neuentwicklung. Die Idee besteht darin, ältere, nicht mehr verwendete KE-Geschosse äußerst preiswert aufzuarbeiten, dabei den Geschosskörper aufzubohren und den Hohlraum mit einem Stab aus Spezialkunststoff oder einer besonderen Metalllegierungen zu füllen. Das PELE-Geschoss ist durch die schlanke Form und die hohe Anfangsgeschwindigkeit in der Lage, problemlos leichtgepanzerte Ziele und Befestigungsanlagen bzw. Betonwände und vergleichbare Hindernisse zu durchschlagen.
Die Entwickler versprechen sich von der hohen Treffgenauigkeit der Geschosse und der fehlenden Sprengladung erheblich verringerte Kollateralschäden im Zielumfeld. Das ist insbesondere bei Einsätzen unterhalb der Schwelle zum Krieg in überbautem Gelände bedeutsam und geht auf Erfahrungen zurück, die in den vergangenen und noch laufenden lokalen Konflikten gesammelt wurden.
Durch die Geschossbelastung beim Durchdringen werden hohe Materialspannungen im Geschosskörper aufgebaut, die sich beim Durchdringen entspannen und eine hohe Splitterwirkung auch ohne Sprengstoff entwickeln. Dabei wird nebend der Splitterwirkung zusätzlich eine Bresche im Hinderniss geschaffen. In Betonwände konnten mit dem PELE-Geschoss unter optimalen Bedingungen Breschen mit einem Durchmesser bis zum 40-fachen des Geschosskalibers gebrochen werden. Inwieweit des PELE-Geschoss vom Kunden angenommen wird und als Ergänzung zur HE-Granate DM 11 akzeptiert wird, bleibt abzuwarten.
Schusstafeln
der 120 mm Kanone |
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