[Unten]

  Home    Ladeautomaten   Bewaffnung   Munition   Feuerleitanlagen   Stabilisatoren   Allgemeines   Impressum   Links   Neues  

Inhalt:

120 mm (D)

Munition der deutschen 120 mm Panzerkanone Rheinmetall

Stand: 16.05.2011

Die für den deutschen Kampfpanzer Leopard 2 von der Firma Rheinmetall entwickelte 120 mm Glattrohrkanone verschießt eine patronierte Munition mit teilverbrennender Treibladungshülse und Stahlboden. Es wurden zum Zeitpunkt der Einführung des Leopard 2 zwei Hauptmunitionsarten entwickelt und zur Serienreife gebracht. Im einzelnen sind das ein 120mm_penetratoen.jpgpanzerbrechendes, unterkalibriges Geschoss, das nur durch seine kinetische Energie wirkt und eine Mehrzweckgranate mit Hohlladungs- und Splitterwirkung. Entsprechend der Wirkungsweise spricht man von KE-Munition (kinetische Energie) und von MZ-Munition (Mehrzweck). Die 120 mm Kanone wird im Leopard 2 und im Kampfpanzer M1A2 Abrams verwendet. Die französische 120 mm Kanone des Kampfpanzers Leclerc ist zur deutschen 120 mm Munition kompatibel. Dabei gibt es zwischen Deutschland und Frankreich eine enge Zusammenarbeit bei der Weiterentwicklung dieser Munition. In einer Reihe weiterer Staaten wird 120 mm Munition in Lizenz gefertigt beziehungsweise neu entwickelt. Gegenwärtig ist der deutsche Munitionshersteller Rheinmetall bestrebt, weitere, ergänzende Munitionsarten für die 120 mm Kanone zu entwickeln, um dem erweiterten Einsatzspektrum des Heeres Rechnung zu tragen.

allgemeiner Aufbau der 120 mm Patronen
Die 120 mm Munition ist eine patronierte Munition, die Treibladungshülse eine Teilabbrandladung. Zur Abdichtung im Bodenstück der Kanone besitzt sie einen Stahlboden. Am Hülsenboden befindet sich das Rohr des Treibladungsanzünders hervor, der einen effektiveren und gleichmäßigeren Abbrand der Treibladung sichern soll. Die Zündung der Treibladung erfolgt ausschließlich durch einen elektrischen Impuls an der galvanischen Zündschraube im Hülsenboden durch einen Zündkontakt im Verschlusskeil der Kanone. Bei Ausfall der Stromversorgung kann ein handbetätigter Stoßgenerator die Zündenergie erzeugen.

Einige Kenndaten der Munition:

Panzerbrechende Wuchtmunition (APFSDS)

Geschoss-
index

Patronen_
gewicht

kg

Geschoss-/
Penetrator
gewicht
k
g

Kaliber
Geschoss /
Penetrator
mm

Geschoss-
länge

mm

Penetrator-
länge

mm

Längen- verhältnis

L/D

Anfangs-
geschwindigkeit

m/sec

Bemerkung

DM 13

?

4,44
?

~ 38
?

~ 463

~ 453

~ 12,5:1

1650

Einführung 1979

DM 23 A1

?

7,2
4,6

~ 32
?

~ 485

~ 485

~ 16,8:1

1650

Einführung 1983

DM 33 A1

19

7,3
?

~ 27
?

~ 640

~ 640

~ 22,4:1

1650

Einführung 1987

DM 43 A1

19,5

7,2
?

~ 23
20,3

~ 654

~ 574

~ 28:1

1740

 

DM 53

21,4

8,35
~
 5

~ 21
~
20,8

745

~ 646

~ 38:1

1670 (L44)
1750 (L55)

Einführung 1999,

DM 63

~ 21,4

8,35
~
 5

?
~
20,8

745

~ 646

~ 38:1

~ 1750 (L55)

Einführung 2005, für Kanone L55, wie DM 53, aber stärkere Treibladung

DM 38

k.A.

k.A.

~ 38.

~ 463

 

 ~ 12,5:1

k.A.

Übungsgeschoss mit Lochkegelleitwerk

DM 38 A2

k.A.

k.A.

Übungsgeschoss mit Lochkegelleitwerk
Recycling der Gefechtspatrone DM 13 (konisch)

DM 38 A3

k.A.

k.A.

Übungsgeschoss mit Lochkegelleitwerk
Recycling der Gefechtspatrone DM 13
(zylindrisch)

DM 38 A4

k.A.

k.A.

Übungsgeschoss mit Lochkegelleitwerk
Recycling der Gefechtspatrone DM 23

DM 38 A5

k.A.

k.A.

Übungsgeschoss mit Lochkegelleitwerk
Recycling der Gefechtspatrone DM 23 A1

DM 38 A6

k.A. 

k.A.

Übungsgeschoss mit Lochkegelleitwerk
Recycling der Gefechtspatrone DM 33A1

DM 48

17,5

6
?

 

 

 

 

1715

Übungsgeschoss mit Lochkegelleitwerk

~ : Wert ist errechnet mit Hilfe von Fotos
? : Wert ist unbekannt

Mehrzweckgeschosse (MZ)

Geschoss-
index

Kaliber
im Flug
mm

Patronen-
gewicht
kg

Geschoss-
gewicht
kg

Masse Sprengladung
kg

Anfangs-
geschwindigkeit
m/sec

Bemerkung

DM 12

120

 23

13,5

1,62

1140

 

DM 12 A1

120

23

14,1

1,62

1140

 

DM 18

120

23

 

-

1140

 

DM 18 A2

120

23

14,1

-

1140

 

DM 18 A3

120

23

14,1.

-

1140

Recycling der  Gefechtspatrone DM 12

DM 18 A4

120

23

14,1

-

1140

Recycling der  Gefechtspatrone DM 12 A1

Sprenggeschosse (HE)

Geschoss-
index

Kaliber
im Flug
mm

Patronen-
gewicht
kg

Geschoss-
gewicht
kg

Masse
Sprengladung
kg

Anfangs-
geschwindigkeit
m/sec

Bemerkung

DM 11

120

29

19

3,0

950 (L44)
1100 (L55)

wirksamer  Splitterradius 80 m
eff. Schussweite 5000 m

DM 11 SQ

120

k.A.

?

~ 3,0

~ 950 (L44)
~ 1100 (L55)

 

DM?

120

27

17

-

? (L44)
1000 (L55)

HE-Übungsgeschoss

 

120 mm KE-Geschosse (APFSDS)

Die DM 13 war die erste in Deutschland entwickelte panzerbrechende Wuchtmunition für Glattrohrkanonen und war zum Zeitpunkt der Einführung des Leopard 2 im Jahre 1979 verfügbar. Das flügelstabilisierte KE-Geschoss wirkt nur durch seine kinetische Energie, die es im Rohr beim Abschuss erhält. Dazu wird das Geschoss auf eine Anfangsgeschwindigkeit von 1640 m/sec beschleunigt. Das Kaliber im Flug liegt bei 38 mm, die Geschossmasse ohne den abtrennbaren Treibkäfig beträgt 4,6 Kg. Der eigentlich panzerdurchdringende Kern ist im Geschosskörper eingebettet und weist einen noch kleineren Durchmesser als der Geschosskörper auf. Das Material des Penetrators besteht aus einer speziellen Wolfram-Legierungen mit enorm hoher Dichte und Härte. Die Durchschlagsleistung der DM 13 soll auf 2200 m Schussentfernung cirka 230 mm homogenem Walzstahl (RHA) betragen.

120mm_DM13.jpg

Die Patrone besteht aus einem stählernen Hülsenboden mit Zündschraube und einem Anzündstab, der für eine optimale Entzündung der Treibladung sorgt. Ein in den Hülsenboden eingeklebter Hülsenkörper verbrennt vollständig. Die Spitze der Treibladungshülse trägt das Geschoss. Die Leistungsdaten der DM 13 bereits Anfang der 80er Jahre nicht mehr zufriedenstellend, so dass sie ab 1983 durch die DM 23 ersetzt wurde.

Die DM 23 unterscheidet sich von ihrer Vorgängerin durch ein neues Geschoss mit verringertem Kaliber im Flug und verlängertem Penetrator. Neu gestaltet wurde die Spitze des Penetrators, der aus diesem Grund auch eine ballistische Haube erhielt. Der Treibkäfig wurde an das neue Geschoss angepasst. Die Zusammensetzung der Treibladung wurde verfeinert und optimiert.

120mm_DM33.jpg

Die DM 33 ist der Nachfolger der DM 23 und erwies sich als außerordentlich leistungsfähig, so dass sie seit ihrer Fertigstellung etwa ab 1987 international breiteste Verwendung bei vielen Streitkräften fand, die Kampfpanzer mit der deutschen 120 mm Kanone einsetzten. Alleine in Deutschland wurden von der DM 33 über 100'000 Stück produziert. Der Penetrator  besteht wiederum aus einer Wolfram-Legierung. Die Treibladung besteht aus Schüttpulver. Der Penetrator verfügt über ein weiter verringertes Kaliber im Fluge und eine deutlich größere Geschosslänge. Der dreiteilige Treibkäfig wurde weiterentwickelt und verbessert. DieTreibladung wurde optimiert.

120mm_DM43A1.jpg

Die DM 43 (LKE I) ist eine Weiterentwicklung der DM 33 und kann aus der 120 mm Kanone (L/44) und auch aus der rohrverlängerten Kanone (L/55) verschossen werden. Insbesondere der Penetrator, der Treibkäfig und die Treibladung wurden neu entwickelt. Die Treibladung besteht nun aus einem Teil Röhrenpulver und einem Teil Schüttpulver und ermöglicht eine Anfangsgeschwindigkeit von 1740 m/s. Der Penetrator ist so konstruiert, dass er eine optimale Durchschlagswirkung auch beim Auftreffen auf stark geneigte Panzerungen gewährleisten soll.

120mm_DM43.jpg 

Die DM 53 (LKE II) stellt die letzte bisher bekannte Entwicklung dar. Die DM 53 wurden insbesondere in Hinblick auf die Bekämpfung von Kampfpanzern mit modernsten Mehrschichtpanzerungen und zusätzlichen Reaktivpanzerungen entworfen. Der Penetrator besteht aus einer speziellen Wolfram-Schwermetall-Legierung. Das bisherige Leichtmetall Flügelleitwerk wurde duch ein Stahlleitwerk ersetzt um die höhere Belastung beim Verschuss aus der 120 mm Kanone L/55 aufnehmen zu können. Die DM 53 kann aus den Kanonen L/44 und L/55 verschossen werden. Dabei liegt die Mündungsenergie der DM 53 rund 15 % über dem Wert der alten Muition für die Kanone L/44 und sogar um 30 % beim Verschuss aus der Kanone L/55.

120mm_DM53.jpg

Die DM 63 (LKE II) [DM 53A1] unterscheidet sich von der DM 53 im Wesentlichen nur durch den Einsatz einer neuartigen temperaturunabhängigen Treibladung TIPS (Temperature Independent Propulsion System). Diese neue Treibladung behält ihre innenballistischen Eigenschaften über einen breiten Ladungstemperaturbereich von etwa relativ konstant aufrecht. Außerdem konnte mit der neuen Treibladung der Verschleiß im Rohr durch Erosion erheblich verringert werden. Die Treffgenauigkeit wurde deutlich verbessert, so dass der Streuungskreis (50 % Treffwahrscheinlichkeit) hat einen Durchmesser von etwa 2 Strich bei gesteigerter effektiver Schussentfernung. Verfeinert wurde die Treibladungsanordnung aus 7-Loch Schüttpulver und der Treibkäfig.
Zur eindeutigen Unterscheidung erhielt die DM 53A1 die Bezeichnung DM 63. Die DM 63 soll nur aus der Kanone L/55 verschossen werden.

120mm-DM63-LKEIIA.jpg

 

120 mm KE-Übungsgeschosse

Die DM 38 wurde als Übungsgeschoss entwickelt. In Form, Gewicht und Aufbau entspricht sie der DM 13. Allerdings besteht der Penetrator aus einfachem, preiswertem Stahl. Um das Verschießen der DM 38 auch auf Panzerschießplätzen mit der üblichen geringen Sicherheitstiefe zu ermöglichen, erhielt das Geschoss ein Lochkegelleitwerk. Dieses Lochkegelleitwerk ist so gestaltet, das innerhalb der Schussweite von etwa 2500 -3000 m die Flugbahn dem Gefechtsgeschoss entspricht. Allerdings ändern sich durch das Lochkegelleitwerk die aerodynamischen Eigenschaften des Geschosses nach Unterschreiten einer kritischen Fluggeschwindigkeit so stark, dass die Fluggeschwindigkeit drastisch abfällt. Das Geschoss erreicht so unter normalen Schießplatzbedingungen lediglich eine maximale Flugweite von etwa 7500 m, während ein Gefechtsgeschoss theoretisch bis zu 100 km weit fliegen kann. Ein Übungsgeschoss mit Lochkegelleitwerk zeigt das linke Foto. Für das Schießen auf Schießplätzen mit geographisch begrenzter Schussweite, wie beispielsweise in den Schweizer Alpen kann das Übungsgeschoss auch ein herkömmliches Flügelleitwerk aufweisen, wie das rechte Foto zeigt.

120mm_DM38.jpeg 120mm_KEU_DM.jpeg

Die DM 48 entspricht im Wesentlichen dem Aufbau der DM 38. Um jedoch der veränderten Ballistik der Gefechtsgeschosse Rechnung zu tragen, wurden Geschosskörper, Treibkäfig und Treibladung so weiterentwickelt, dass die DM 48 unter Schießplatzbedingungen eine der verbesserten Gefechtsmunition analoge Flugbahn aufweist.

 

Die 120 mm Mehrzweckgranate DM 12

Die DM 12 wurde als Mehrzweckgranate entwickelt und soll neben der Bekämpfung von gepanzerten Zielen auch gegen ungepanzerte Ziele, Feldbefestigungen und lebende Kräfte eingesetzt werden. Die Granate besitzt eine Hohlladung zum Durchschlagen von gepanzerten Zielen. Durch eine angepasste Granathülle wird beim Detonieren neben dem eigentlichen Hohlladungseffekt zusätzlich eine erhöhte Splitterwirkung erreicht. Die Durchschlagswirkung bei Panzerzielen soll bei 60 Grad Auftreffwinkel in Bereichen bis zu 220 mm liegen. Bei 90 Grad Auftreffwinkel durchschlägt sie ca. 450 mm Schottpanzerung, abhängig vom Keramikanteil der Panzerung. Bei homogenem Panzerstahl sind etwa 700 mm Durchdringtiefe möglich. Die Kombination Hohlladung und Splittergeschoss ist jedoch ein Kompromiss. Die Leistungsdaten beim Einsatz gegen ungepanzerte Ziele, Feldbefestigungen und lebende Kräfte liegen deutlich unter denen einer konventionellen Splittergranate wie beispielsweise der russischen 125 mm HE-FRAG OF-26. Deshalb haben bereits einige Streitkräfte die neue HE-Granate DM 11 eingeführt, was auch für die Bundeswehr geplant ist.

120mm_MZ_DM12.jpg

Die DM 18 ist ein Übungsgeschoss und entspricht in Form, Gewicht und ballistischen Daten der DM 12. Allerdings enthält der Geschosskörper weder eine Sprengladung noch einen Zünder.

 

120 mm Splitter-Sprenggranate DM 11 (HE-FRAG-T)

Eine neuere Entwicklung stellt die 120 mm HE-FRAG Granate ( High Explosive, Fragmentation) dar. Sie ist eine konventionelle Granate mit programmierbarem Zünder. In ihrer Wirksamkeit übertrifft sie die Mehrzweckmunition, da sie nicht den Kompromiss zu Gunsten der Hohlladungswirkung eingehen muss. Sie besitzt eine bedeutend höhere Sprengstoffmasse und die Gestaltung der Geschosshülle läßt eine effektivere Splitterwirkung zu. Die DM 11 ist mit einem tempierbaren Zünder versehen. Dabei sind folgende Zündereinstellungen möglich. Standardeinstellung ist die klassische Aufschlagzündung, bei der die Granate sofort und verzögerungslos beim Aufschlag detoniert (PD - Point Detonation). Zweitens ist es möglich den Zünder mit einer geringen Verzögerung ansprechen zu lassen (PDwD - Point Detonation with Delay). Damit wird erreicht, dass leicht gepanzerte Ziele oder Feldbefestigungen bereits vor der Detonation der Granate durchschlagen werden um so die maximale Wirkung hinter der Panzerung oder Befestigung zu entfalten. In der dritten Zündereinstellung erfolgt eine Programmierung des Zündzeitpunktes in Abhängigkeit der gemessenen Entfernung zum Ziel (AB - Air Burst). Um den Zünder über dem Ziel ansprechen zu lassen, wird durch den Feuerleitrechner der Aufsatzwert zur gemessenen Entfernung so erhöht, dass der sich Detonationspunkt der Granate über dem Ziel befindet. Dadurch wird eine optimale Wirkung durch maximale Splitterdichte und Splitterzahl erreicht.

120mm_HE_DM11.jpg

Der elektronisch einstellbare Zünder befindet sich im Bodenteil des Granatkörpers. Er ist werksmäßig auf Sprengwirkung ohne Verzögerung eingestellt und kann so auch von Kampfpanzern ohne Zünderstellelektronik verschossen werden. Die erforderlichen Umrüstarbeiten beschränken sich allerdings auf das Auswechseln der Zündstiftbaugruppe im Verschlusskeil der Kanone gegen eine solche mit zusätzlicher Datenschnittstelle und den Einbau eines gesonderten Bediengerätes. Die Daten zur Programmierung werden vom mit dem Feuerleitrechner verbundenen Bediengerät über den Datenübertragungskontakt im Verschlusskeil und eine gesonderte Datenleitung im Patronenkörper in den elektronischen Zünder übertragen.
Anders als bei der MZ DM 12 verfügt die DM 11 nun über ein ausklappbares Leitwerk in ähnlicher Form wie die russische OF-26, die in ihrer Zweckmäßigkeit sicher inspirierend auf die Entwickler wirkte. Eine verbesserte Treibladung ermöglich den Verschuss im Temperaturbereich von -46oC bis + 71o Celsius ohne die Treffsicherheit herabsetzende Abweichungen von den ballistischen Normwerten. Ein Leuchtspureinsatz im Heckteil erlaubt die Beobachtung der Flugbahn. Die DM 11 soll insbesondere die veränderten Einsatzspektren der Kampfpanzer abdecken. War die Panzerkanone lange Zeit vorwiegend zum Bekämpfen feindlicher Panzer vorgesehen, so rückte nun die Ünterstützung von Infanterieeinheiten stärker als bisher in den Focus der Einsätze. Die DM 11 wurde unter der Bezeichnung Mehrzweck-Spreng mit Leuchtspur (MP-HE-T) vom US Marine Corps bereits mit Erfolg eingesetzt.

120mm_DM11_Flug.jpg

Quelle: Rheinmetall; Zeitschrift Strategie und Technik

 

120 mm PELE-Geschoss (PELE-FSDS)

 Das PELE-Geschoss - Penetrator mit erhöhtem Lateral-Effekt - ist eine völlige Neuentwicklung. Die Idee besteht darin, ältere, nicht mehr verwendete KE-Geschosse äußerst preiswert aufzuarbeiten, dabei den Geschosskörper aufzubohren und den Hohlraum mit einem Stab aus Spezialkunststoff oder einer besonderen Metalllegierungen zu füllen. Das PELE-Geschoss ist durch die schlanke Form und die hohe Anfangsgeschwindigkeit in der Lage, problemlos leichtgepanzerte Ziele und Befestigungsanlagen bzw. Betonwände und vergleichbare Hindernisse zu durchschlagen.

Die Entwickler versprechen sich von der hohen Treffgenauigkeit der Geschosse und der fehlenden Sprengladung erheblich verringerte Kollateralschäden im Zielumfeld. Das ist insbesondere bei Einsätzen unterhalb der Schwelle zum Krieg in überbautem Gelände bedeutsam und geht auf Erfahrungen zurück, die in den vergangenen und noch laufenden lokalen Konflikten gesammelt wurden.

120mm_PELE-Kern.jpg
120mm_Penetrator-PELE.jpg

Durch die Geschossbelastung beim Durchdringen werden hohe Materialspannungen im Geschosskörper aufgebaut, die sich beim Durchdringen entspannen und eine hohe Splitterwirkung auch ohne Sprengstoff entwickeln. Dabei wird nebend der Splitterwirkung zusätzlich eine Bresche im Hinderniss geschaffen. In Betonwände konnten mit dem PELE-Geschoss unter optimalen Bedingungen Breschen mit  einem Durchmesser bis zum  40-fachen des Geschosskalibers gebrochen werden. Inwieweit des PELE-Geschoss vom Kunden angenommen wird und als Ergänzung zur HE-Granate DM 11 akzeptiert wird, bleibt abzuwarten.

 

Schusstafeln der 120 mm Kanone
Die Daten entsprechen der Schusstafel der Kanone des Panzers 87

KE-Geschoss

Mehrzweckgranate

[Oben]

  Home    Ladeautomaten   Bewaffnung   Munition   Feuerleitanlagen   Stabilisatoren   Allgemeines   Impressum   Links   Neues  

 

To Online-Translation click here! Copyright: Stefan Kotsch